Die Station 13C1

Unsere Intensivstation 13C1 ist eine von mehreren anästhesiologisch geführten Intensivstationen des AKH und wir betreuen zum überwiegenden Teil postoperative Patienten diverser chirurgischer Fachdisziplinen. Weiters werden auch allgemein intensivpflichtige Patienten aus anderen Abteilungen des Hauses, aus Wiener Spitälern und auch aus den Bundesländern zugewiesen.

Das Spektrum der Erkrankungen umfaßt alle operativen Disziplinen, wobei die Schwerpunkte traditionellerweise im HNO- und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgischen Bereich liegen.

Unsere Station verfügt über 8 komplett ausgestattete Intensivpositionen.

Im Unterschied zur Normalstation werden unsere Patienten rund um die Uhr von speziell für die Intensivtherapie ausgebildeten ärzten und diplomierten Pflegepersonen betreut. Intensivtherapie setzt sich aus Maßnahmen der Intensivmedizin und Intensivpflege zusammen. Hauptziel der Behandlung und Pflege ist die Überwindung, Besserung oder manchmal auch nur die Verhinderung von Störungen lebenswichtiger Körperfunktionen, die oft nach großen Operationen, Unfällen oder auch im Rahmen schwerer Erkrankungen vorkommen. Wir arbeiten eng mit anderen Spezialisten diverser Abteilungen zusammen, die häufig für die Durchführung einzelner Therapie- und Behandlungsmaßnahmen hinzugezogen werden.

In der Intensivmedizin müssen lebenswichtige Organfunktionen oft durch Geräte unterstützt oder auch ersetzt werden. So muss die notwendige Sauerstoffversorgung manchmal durch einen Beatmungsschlauch (Tubus), der über Mund oder Nase in die Luftröhre eingebracht wird, sichergestellt werden. Während der Beatmung blockiert der Tubus die Stimmbänder, sodass der Patient nicht sprechen kann. Sobald der Schlauch entfernt wird, ist das Sprechen wieder möglich.
Um diese Beatmung und andere therapeutische Maßnahmen besser zu tolerieren und Schmerzen, Angst und Unruhe zu verhindern, erhalten unsere Patienten Schmerz- und Beruhigungsmittel, wodurch sie in einen "künstlichen Tiefschlaf" versetzt werden. Ist die Beatmung über einen längeren Zeitraum erforderlich, erhalten die Patienten ein Tracheostoma (Luftröhrenschnitt), welches oft den Patientenkomfort in der Aufwachphase verbessert. Hierbei wird durch einen kleinen chirurgischen Eingriff der Beatmungsschlauch unterhalb des Kehlkopfs direkt in die Luftröhre eingebracht.

Zusätzlich zu ständiger klinischer Beobachtung durch Pflegepersonal und ärzte werden alle Patienten durch kontinuierliches Monitoring überwacht. Dies geschieht mittels Elektroden, die am Oberkörper schmerzfrei befestigt werden, und anderen Meßfühlern, womit Herzfunktion, Blutdruck und Sauerstoffgehalt des Blutes ständig überwacht werden können. Auf einem Bildschirm können die Werte in Form von Zahlen und Kurven abgelesen werden.
Akustische und optische Alarme reagieren automatisch auf Veränderungen. Auch ausserhalb des Patientenzimmers befinden sich entsprechende Monitore, um die Vitalfunktionen aller Patienten permanent unter Beobachtung zu halten.

Viele der in der Intensivmedizin verwendeten Medikamente müssen kontinuierlich über elektronisch gesteuerte Medikamentenpumpen intravenös verabreicht werden, so dass sich je nach Bedarf oft viele derartige Geräte neben dem Patientenbett befinden.

Routinemäßig werden mehrmals täglich Blutabnahmen durchgeführt, um Werte wie Sauerstoffversorgung des Körpers, Elektrolytveränderungen, organspezifische Parameter aber auch Medikamentenspiegel zu bestimmen. Dies gewährleistet, dass frühzeitig auf Veränderungen mit entsprechenden therapeutischen Maßnahmen reagiert werden kann.  

Ein Blasendauerkatheter wird meist zur Kontrolle der Urinausscheidung und damit der Nierenfunktion gelegt.
Beeinträchtigungen der Nierenfunktion sind bei schwerkranken Patienten häufig. Meist handelt es sich um eine vorübergehende Störung, die sich vollständig erholen kann. Durch ein Nierenersatzverfahren, die sog. Dialyse, kann die beeinträchtigte Nierenfunktion unterstützt oder ersetzt werden.  
Die meisten unserer intensivpflichtigen Patienten können und/oder dürfen nicht essen, daher wird ausreichende Ernährung „künstlich“ sichergestellt. Das Nahrungsangebot wird täglich auf die Erkrankung und die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt und intravenös oder über eine Magensonde verabreicht.
Manchmal sind auch Drainagen zur Ableitung von Wundsekret oder Blut notwendig.
Durch all diese Maßnahmen - im speziellen Sonden, Drainagen und Schläuche sowie vermehrte Einlagerung von Flüssigkeiten im Gewebe - wird das Aussehen unserer Patienten vorübergehend oft stark verändert. Dies sollte Sie nicht beunruhigen, da diese Veränderungen mit der Genesung des Patienten wieder zurückgehen.

Der Besuch von Angehörigen ist auf unserer Station erwünscht, da dies das gegenseitige Vertrauen fördert und den Heilungs- und Genesungsprozess unterstützt. Aufgrund von Visiten und therapeutischen Maßnahmen sind die Besuchsmöglichkeiten auf 14-16h und 18-19h eingeschränkt. Aus organisatorischen und datenschutztechnischen Gründen können wir allerdings nur einem bzw. zwei ausgewählten Angehörigen Auskünfte über den Gesundheitszustand des Patienten geben. Telefonische Auskünfte sind aus Datenschutzgründen nicht erlaubt. In Ausnahmesituationen, beispielsweise bei sehr weitem Anfahrtsweg oder besonders kritischem Zustand, kann mit dem diensthabenden Arzt und dem zuständigen Pflegepersonal ein Codewort vereinbart werden, womit zumindest Zustandsveränderungen erfragt werden können.

Infektionen stellen für unsere Patienten eine große Gefahr dar. Daher muss  vor dem Betreten der Intensivstation eine Schürze übergezogen und eine Händedesinfektion vorgenommen werden, um eine wechselseitige Keimübertragung zu verhindern. Deshalb wird auch der Besuch von Kindern sehr restriktiv gehandhabt.

In den meisten Fällen können Patienten unsere Intensivstation nach wenigen Tagen gebessert oder geheilt verlassen, manchmal wird die Intensivbehandlung jedoch über einen längeren Zeitraum benötigt.
Leider ist es nicht immer möglich, die notwendige Behandlungsdauer und den Ausgang der Erkrankung vorherzusagen.

 

 

AKH Wien - 1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20
Telefon: (+43 1) 404 00-0, Telefax: (+43 1) 404 00-1212, E-Mail: info@13c1.at